Wirtschaft

Normalität kehrt lagsam zurück

Sanierung der Wiesestraße geht voran – Fertigstellung Ende 2022 geplant

Erschienen am 20.07.2021

Geras Wiesestraße wird pö a pö zur Prachtmeile. Ein wichtiger Meilenstein ist dafür geschafft, denn die Bauabschnitte 1 und 3 sind fertiggestellt. Bis die Straßenbahnen und der Pkw-Verkehr wieder ungehindert rollen können, wird es noch ein gutes Jahr dauern. Der letzte Bauabschnitt, das Teilstück 2, soll Ende 2022 in Betrieb genommen werden. Doch schon jetzt kehrt so langsam wieder Normalität in die Wiesestraße zurück. 

Das Bauvorhaben, welches im Juni 2019 begann, macht zunehmend Ergebnisse sicht- und spürbar. 15,7 Millionen Euro, 75 Prozent davon fördert der Freistaat Thüringen, fließen in die komplette Sanierung für einen modernen, lebenswerten urbanen Raum. Die Bauabschnitte 1 (Karl-Marx-Allee bis Rudolf-Scheffel-Straße) und 3 (Debschwitzer Straße bis Arminiusstraße) sind abgeschlossen. „Mit der Inbetriebnahme der ersten beiden Bauabschnitte können wir nun erstmals das neue Gesicht der Wiesestraße erleben. Ich danke allen am Bau Beteiligten für ihr unermüdliches Engagement. Trotz zahlreicher Herausforderungen in den letzten Monaten sind wir auf einem guten Weg. Mein Dank gilt auch den Anliegern, Anwohnern und Gewerbetreibenden, welche die Baumaßnahmen mit großer Geduld mittragen. Mit der neuen Wiesestraße ist für sie und uns eine deutlich höhere Lebensqualität verbunden. Ich bin davon überzeugt, dass wir im nächsten Jahr einen glücklichen Abschluss dieses ambitionierten Projektes gemeinsam feiern können", resümiert der Oberbürgermeister. Die Bauarbeiten im finalen Bauabschnitt 2 zwischen Wiesestraße Nummer 44 und Nummer 74 sind im Plan.

 Im Anschluss an den Rückbau der alten Gleisanlagen werden auf stadteinwertiger Seite alle unterirdischen Leitungen erneuert, darunter unter anderem 375 Meter Abwasseranschlussleitungen, 500 Meter Trinkwasserleitungen und 100 Meter Trinkwasseranschlussleitungen. Dann erfolgt die Herstellung der neuen Gleisanlagen. Ein besonderer Schwerpunkt dieses Bauabschnittes ist die Kreuzung Haeckelstraße/Debschwitzer Straße, die komplett neu gestaltet wird. Ziel ist es, in diesem Bereich den Verkehrsfluss durch eine optimierte Straßenführung zu verbessern. „Die Menschen in Gera können sich darauf freuen, dass ihnen mit Fertigstellung der Gemeinschaftsmaßnahme eine nach modernsten Standards umgesetzte Infrastruktur aus kommunaler Verantwortung zur Verfügung gestellt wird. Dies gilt sowohl für den oberirdischen als auch unterirdischen Bereich. Die neuen Trinkwasser- und Abwasseranlagen bieten den Nutzern eine maximale Ver- bzw. Entsorgungssicherheit. Die Trinkwasserqualität und -quantität wird den höchsten Ansprüchen gerecht. Die Abwasserentsorgung dient der Sicherung des Umweltschutzes in der Region. Mit den neuen Möglichkeiten wird ein weiterer Grundstein für eine rasante Strukturentwicklung im Innenstadtbereich gelegt. Der Zweckverband Mittleres Elstertal ist stolz, seinen Teil an dieser Entwicklung des Verbandsmitglieds Stadt Gera einbringen zu können", so die Einschätzung von Dietrich Heiland, Verbandsvorsitzender des ZVME. 

„Leise, effizient, sicher: Das kann die neue Wiesestraße! Nach Abschluss aller Maßnahmen wird die Wiesestraße über eine effiziente Verkehrsführung und eine barrierefreie Haltestelle verfügen. Hochwertige und innovative Baumaterialien sorgen zusätzlich für deutlich reduzierten Verkehrslärm. Der zweigleisige Bahnbetrieb soll bis Ende November 2022 hergestellt sein. Circa einen Monat später erfolgt dann die Verkehrsfreigabe für den Individualverkehr. Das Projekt Wiesestraße ist damit jedoch nicht zu Ende. Geplant ist, die Baumaßnahmen bis zum Gleisdreieck Lusan in den nächsten Jahren fortzuführen", bringt es GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle auf den Punkt. 

Die Neuerungen im Detail 

Nicht nur Fahrgäste, sondern auch Anwohner können sich freuen: Denn dank des eingesetzten innovativen Dämpfsystems unter der Gleisanlage fährt die Straßenbahn auf der Wiesestraße zukünftig um ein Vielfaches leiser. Wurde der Schall bisher nahezu ungehindert auf die angrenzenden Wohn- und Geschäftshäuser übertragen, so gehören Vibrationen und Lärm bald der Vergangenheit an. 

Mit dem neuen Untergrund geht's dann auch schneller von Haltestelle zu Haltestelle. Auch das Poltern der Pkws auf den alten Gleiseindeckplatten ist Geschichte: Mit dem neuen Belag aus hochwertigem Gussasphalt rollen Autos und Lastwagen zukünftig leise über die Wiesestraße. 

Mit der innovativen Belagsbauweise werden zudem deutlich weniger Wartungs- und Instandhaltungskosten anfallen. So hat der eingesetzte Gussasphalt den Vorteil, dass keine zusätzlichen Verdichtungsarbeiten notwendig sind. 

Ein Estrich aus diesem Material ist wasserabweisend und hohlraumfrei. Spätere Winterschäden durch eingeschlossene Restfeuchte sind ausgeschlossen. 

Durch den neu gestalteten Parkraum wird Parken und Wenden für Pkws und den Lieferverkehr in der Wiesestraße erleichtert. Gleichzeitig verhindert die Trennung der höhergelegenen Park- und Gehwegflächen von der Straße, dass die Straßenbahn durch parkende Fahrzeuge behindert wird. 

Barrierefreie Haltestelle „Oststraße": Im Zusammenspiel mit Niederflurbahnen ermöglicht die neue Haltestelle für gehandicapte Bürgerinnen und Bürger ein erleichtertes Betreten und Verlassen der Straßenbahn. 

Dynamisches Fahrgastinformationssystem mit großer Abfahrt-Anzeigentafel für die Haltestelle „Oststraße": In Echtzeit erhalten die Fahrgäste alle Informationen über die aktuell angebotenen Fahrten. 

Wöchentliche Fragestunde Die wöchentliche Fragestunde ermöglicht es, mit der Projektsteuerung von IFP-Management und Vertretern des Auftraggebers ins Gespräch zu kommen. Die Fragestunde findet immer donnerstags zwischen 12.45 und 13 Uhr in der Baustelleneinrichtung Höhe Wiesestraße 50 statt.

 

Fanny Zölsmann

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