Wirtschaft

„Schuhbiläum“ bei Loberts

Andreas und Gudrun Lobert freuen sich mit ihren Kunden auf das 120-jährige „Schuhbiläum“, das ab dem 1. November in der Großen Kirchstraße 5 gefeiert wird. Foto: Jens Lohse

Erschienen am 01.11.2023| Jahrgang: NG 22/23

Von Jens Lohse Gera (NG). „Wir sind sehr zufrieden. Unsere Stammkunden sind uns treu. Aber das Schuhgeschäft ist kein Selbstläufer. Wir verfügen über sehr zuverlässiges Personal, das immer hinter uns steht. Bei uns herrscht ein gutes Miteinander. Manche Beschäftigte sind schon mehr als 30 Jahre bei uns", sagt Andreas Lobert. Der Inhaber des ältesten Schuhfachgeschäfts in Gera ist zurecht stolz. Im November feiern er und sein Team das 120-jähriges Bestehen des Schuhhauses Lobert. 

1903 hatte sein Großvater Walter Lobert, der ab 1894 bei Schuhmachermeister Walter Franke in Gera die Lehre absolviert hatte, ein Schuhgeschäft mit dem Namen „Silvana" in der heutigen Meuselwitzer Straße 2 eröffnet. 1910 erfolgte der Umzug in einen größeren Eckladen, der über zehn Bedienplätze verfügte. 1920 erwarb Walter Lobert das Geschäftshaus in der Großen Kirchstraße 5, dem heutigen Geschäftssitz in Geras Innenstadt. Ende der 1920er Jahre besuchte Alfred Lobert, der Sohn des Gründers, die Dekorationsfachschule in Hamburg, absolvierte eine Ausbildung zum Handelskaufmann und ein Studium der Orthopädietechnik. Mit dem ersten Großumbau des Geschäfts entstand die mit 12,70 Metern damals längste Schaufensterpassage Deutschlands. Wiedereröffnet wurde das Schuhhaus 1938. 

1950 übernahm Alfred Lobert offiziell die Leitung des Geschäfts, das damals nicht nur über eine eigene Schuhwerkstatt verfügte, sondern auch eine Fachabteilung für Fußpflege integriert hatte. 1969 wurde die Fünf-Tage-Woche eingeführt. 1978 begann Andreas Lobert, der heutige Schuhhaus-Chef, seine Tätigkeit vor Ort, nachdem er zuvor ein Studium der Handelshochschule erfolgreich abgeschlossen hatte. Mitte der 1980er waren weitreichende bauliche Veränderungen aufgrund der Verlegung der Straßenbahn-Trasse nach „Hinter der Mauer" erforderlich. 1985 wurde das nun auch an die Fernwärmeversorgung angeschlossene Schuhhaus wiedereröffnet, nun mit separater Warenannahme, einem kleinen Waren-Auzug sowie neuerstellten Lager-, Büro- und Sozialräumen. 

Nach der politischen Wende 1991/92 wurde die Laden- und Schaufensterausstattung komplett erneuert und ein modernes EDV-gestütztes Warenwirtschaftssystem eingeführt. 1994 gab es den nächsten dreimonatigen Umbau. Durch die Verlegung des Treppenhauses im Wohn- und Geschäftshaus konnte eine großzügigere und moderne Eingangsgestaltung realisiert werden. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch das Kreuzgewölbe im vorderen Teil des Geschäfts freigelegt. Nach einem Brand im Jahr 2011, der bei Sanierungsarbeiten im hinteren Teil des Gebäudes bei Flachdach-Arbeiten entstanden war, wurde die Verkaufsfläche nochmals komplett saniert. 

„´Handel ist Wandel' heißt es immer so schön. Wie viel sich aber in den 120 Jahren verändert hat, wird erst bei einem Blick in die Archive richtig klar", weiß Andreas Lobert. Sich ständig am Zeitgeist zu orientieren, Modetrends zu erkennen und auf die sich stetig ändernden Kunden- und Einkaufsbedürfnisse einzugehen, hat sich für Andreas Lobert und seine Frau Gudrun als Erfolgsrezept erwiesen. 

„120 Jahre sind wahrlich ein Grund zum Feiern", sagt Andreas Lobert. Daher startet vom 1. November bis zum folgenden Sonnabend auch gleich das große „Schuhbiläum" mit 20 Prozent Rabatt auf alle vorrätigen Artikel. 

Darüber hinaus erhalten alle Kunden als Dankeschön für ihren Jubiläumseinkauf einen Gutschein über eine Roster oder eine „Schneeflocke", den leckeren Eierpunsch. Eingelöst werden können die erworbenen Gutscheine gleich gegenüber im „Österreich am Markt". „Mit den Sonderangeboten, Anzeigen in der Zeitung und etwas Radio-Werbung wollen wir auf uns aufmerksam machen. Stammkunden erhalten zudem als Dankeschön für ihre Treue eine edle Schuhglanzbürste aus Rosshaar. Nach dem Jubiläum wird dann auch mit den Mitarbeitern angestoßen", so Andreas Lobert.

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