Gesellschaft

Älter werden mit „Agathe“

Projekt richtet sich an unsere älteren Mitbürger. Das Geraer Team agathe: vorn Juliane Thom, Tom Götz, Ines Borowsky, Isabell Vogel und Koordinatorin Steffi Mähne; dahinter Geschäftsführerin der OTEGAU Suzanne Vöcking und Sandra Wanzar, Dezernentin der Stadt Gera für Jugend und Soziales. Foto: W. Hesse

Erschienen am 21.09.2022

Von Wolfgang Hesse 

Unsere Gesellschaft wird älter. Allein in Gera bilden Menschen im Alter über 65 Jahre 30 Prozent der Gesamtbevölkerung. Viele Projekte der vergangenen Jahre wurden deshalb gerade für diese Altersgruppe ins Leben gerufen. Die Projekte entstanden in den Stadtteilzentren, bei den Sozialverbänden und bei den Wohnungsgesellschaften. Alle Angebote laden ältere Mitbürger ein, zu ihnen zu kommen. Neu am Projekt „agathe" ist nun, dass die Berater zu den Menschen gehen und damit diese direkt ansprechen können. Als ein Beispiel aus der Vergangenheit nennt Sozialdezernentin Sandra Wanzar die Aufgabe der Gemeindeschwester aus den DDR-Zeiten. Die Fachberater des Projektes sind direkte Ansprechpartner, bauen ein Netzwerk auf und nehmen die älteren Menschen mit in die Gemeinschaft. Dabei werden sie auf Datenschutz und ganz besonders auf Sensibilität achten. Das Ziel ist insbesondere, Menschen aus der Isolierung zu holen, die selbst zögern, den ersten Schritt zu gehen. Dabei wird auch dem Recht auf Einsamkeit Rechnung getragen. „Die Angebote müssen von Komm-Strukturen zu Geh-Strukturen werden", erklärt die Sozialdezernentin. Agathe sei 2021 für Thüringen mit einer Förderung des Freistaates an den Start gegangen. Mittlerweile konnten in Thüringen elf agathe Projekte initiiert werden. In Gera wird dieses Projekt seit Mai 2022 bei der OTEGAU (Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum GmbH Ostthüringen) aufgebaut. Ein Mann und vier Frauen bilden das Fachberater-Team. Sie bringen Erfahrungen aus den Pflegeberufen mit und erhalten zudem für ihre Tätigkeit eine psychologische Schulung. Das sei laut Fördermittelgeber die erforderliche Qualifikation. Natürlich erfahren die Fachberater nicht durch Zufall von den Menschen, die Hilfe benötigen. Koordinatorin Steffi Mähne ist Ansprechpartner für Hilfesuchende und Angehörige und Nachbarn, die die Initiative ergreifen. Je nach Wohnquartier wird die Arbeit an die Fachberater weitergeben. Anfangs sind diese in Gera-Mitte, Lusan, Bieblach, Bieblach-Ost und Untermhaus tätig. Ziel sei es, das Angebot für ganz Gera und auch auf den ländlichen Raum auszudehnen. Inwieweit sich das realisieren lässt, hängt vom Land Thüringen ab. Vorerst ist das Projekt bis Ende 2023 befristet. Alle Beteiligten hoffen, dass es zu einer Förderung darüber hinaus kommt. Allein ehrenamtliche Arbeit, wie etwa bei Senioren mit Perspektive (SEMPERS), kann die Vereinsamung in vielen Wohnsilos nicht verhindern. Hier sind Staat, Land und Kommunen gefordert, ältere Menschen, die in Rente sind und allein in ihren Haushalten leben, zu unterstützen, damit sie solange wie möglich zuhause bleiben können. Die Koordinatorin Steffi Mähne ist unter: 0365-7374026, 0163-7374021 oder per E-mail maehne@otegau.de zu erreichen.

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Neues Gera

Aktuelle Ausgabe

Neues Gera

Nr. 19-2022
vom 23. September

Aktuelle Ausgabe

Neues Gera

Neues Gera

Nr. 20-2022
vom 23. September